FAO-Lebensmittelpreisindex im Oktober gesunken

Pflanzenöl auf 9,5-Jahres-Tief.

Rom, 5. November 2018 (aiz.info). - Der FAO-Lebensmittelpreisindex hat im Oktober 2018 bei durchschnittlich 163,5 Punkten gelegen. Das sind 1,4 Punkte (0,9%) weniger als im September und rund 13 Punkte (7,4%) weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) laut Dow Jones News mitteilte. Der Rückgang sei das Ergebnis sinkender Milch-, Fleisch- und Ölpreise, die einen Anstieg der Zuckerpreise und ein leichtes Plus bei den Getreidepreisen mehr als ausglichen. Der Preisindex befindet sich demnach auf dem niedrigsten Stand seit Mai.
 

Milchprodukte: Abwärtstrend setzte sich fort
 

Der FAO-Preisindex für Milchprodukte lag im Oktober bei durchschnittlich 181,8 Punkten und damit 9,2 Punkte (4,8%) niedriger als im Vormonat. Er setzte seinen Abwärtstrend den fünften Monat in Folge fort. Die Preisnotierungen aller im Index vertretenen Milchprodukte sanken im Oktober. Der Index zeigt sich 15,3% schwächer als im Oktober 2017 und 34% schwächer im Vergleich zum Höchststand im Februar 2014. Die jüngste Preisschwäche spiegelte die zunehmenden Anzeichen eines erhöhten Exportvolumens bei allen wichtigen Milchprodukten, insbesondere aus Neuseeland, hieß es.
 

Der Fleischpreisindex lag im Oktober bei durchschnittlich 161,6 Punkten und damit um 3,3 Punkte (2,0%) unter dem September und 11 Punkte unter dem Vorjahreswert. Im Oktober gaben die Preise aller im Index vertretenen Kategorien nach, wobei Schaffleisch am stärksten zurückging, gefolgt von Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch. Die Einfuhrbeschränkungen im Zusammenhang mit neuen Fällen der Afrikanischen Schweinepest und die großen Exportmöglichkeiten aus den wichtigsten Erzeugerländern belasteten weiterhin die Schweinefleischpreise, erklärte die FAO. Die Preise für Rindfleisch sanken das dritte Monat in Folge aufgrund des weiterhin reichlich vorhandenen Exportangebots, während die aktuell träge Marktentwicklung die Preise für Geflügelfleisch belastete.
 

Globale Zuckerpreise legten deutlich zu
 

Der FAO-Zuckerpreisindex lag im Oktober bei 175,4 Punkten und damit 14 Punkte (8,7%) höher als im September. Der rasante Anstieg der Zuckerpreisnotierungen sei auf negative Produktionsaussichten in den großen Zucker produzierenden Regionen zurückzuführen, insbesondere in Indien und Indonesien, hieß es. In Brasilien deuten die jüngsten Anzeichen darauf hin, dass ein zunehmender Anteil der Zuckerrohrproduktion für die Ethanolerzeugung verwendet wird, was ebenfalls die internationalen Preise gestützt habe.
 

Der FAO-Getreidepreisindex lag im Oktober bei durchschnittlich 166,3 Punkten, was einer Erholung von 2,2 Punkten (1,3%) gegenüber September entspricht und einen Anstieg von 13,6 Punkten (8,9%) gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Unter den großen Getreidearten stiegen die Preise für US-Mais, unterstützt durch hohe Exportverkäufe, am stärksten. Auch die Weizenpreise fielen im Durchschnitt höher aus, was die FAO auf eine engere Angebotsperspektive zurückführte, insbesondere angesichts der sich verschlechternden Ernteaussichten in Australien.
 

Der Pflanzenölpreisindex lag im Oktober im Schnitt bei 132,9 Punkten und somit zwei Punkte (1,5%) unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit ging der Index den neunten Monat infolge zurück und fiel auf den niedrigsten Stand seit April 2009. Der jüngste Rückgang sei hauptsächlich durch niedrigere Preisnotierungen für Palmöl verursacht worden, erklärte die FAO. Das sei auf den anhaltenden Druck durch große Lagerbestände in den wichtigen Exportländern infolge der schleppenden globalen Importnachfrage zurückzuführen. Im Gegensatz dazu erholten sich die internationalen Sojaölpreise leicht, gestützt durch die robuste Nachfrage aus dem Biodieselsektor. Die Rapsölpreise wurden indes durch geringere Verfügbarkeiten in der EU gefestigt. Die internationalen Sonnenblumenölpreise blieben gegenüber September nahezu unverändert.